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B&B Magazin Sommer 2019

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WANDERN MIT LAMA UND

WANDERN MIT LAMA UND LANGOHR IMMER MIT DER RUHE … SOGENANNTES ANIMAL TREKKING WIRD IN DEUTSCHLAND IMMER BELIEBTER. AUF TEMPO KOMMT ES DABEI NICHT AN – IM GEGENTEIL. 24 | B&B MAGAZIN 02/2019 – SERVICE

Ein Erlebnis für die ganze Familie – gemeinsam unterwegs mit einem Vierbeiner. ANIMAL TREKKING So ein Esel hat mehr mit einem Menschen gemeinsam als man annehmen sollte. Bei beiden ist manchmal sanfter, aber bestimmter Druck notwendig. Und bei besonders hartnäckigen Exemplaren dauert so manches Vorhaben etwas länger. Zum Beispiel eine Wanderung – warum also nicht mal beides miteinander kombinieren? Animal Trekking, das Wandern mit Tieren, wird auch in Deutschland immer beliebter. Als Vorteile preisen die Anbieter vor allem die Ruhe und Entschleunigung an, die mit einer solchen Tour einhergeht. Kaum ein Vierbeiner, mit dem man sich nicht auf einen Tages- oder noch länger dauernden Trip begeben kann. Lama, Ziege, Pony, Esel: Alles ist möglich. Flauschige Gefährten – auch mit südamerikanischen Alpakas kann man auf Wandertour gehen. DAS GEMEINSAME TEMPO FINDEN Vor allem die sanften, grauen Langohren eignen sich dabei für Wanderungen mit Kindern. Der Grund: Normalerweise trägt der Esel das Gepäck, also die Rucksäcke seiner zweibeinigen Begleiter. Er kann aber auch einen kleineren Menschen mal eine Zeit lang auf den Rücken nehmen, wenn vom Kind irgendwann der unvermeidliche Satz kommt: „Ich kann nicht mehr…“ Bis zu 20 Prozent seines Körpergewichts kann ein Esel problemlos tragen, das macht etwa 40 Kilogramm aus. Geführt wird er wie die anderen Tiere auch an einer Leine. Wobei nicht immer ganz klar ist, wer wen führt. Vor allem das Tempo gibt meist eher der Esel vor als der Mensch. Er bleibt auch gern mal zum Fressen stehen und setzt den Weg erst fort, wenn er es für richtig hält – wobei sanfter Druck wie gesagt hilfreich sein kann. Doch genau das ist ja gewollt: „Sich auf das Tempo des Tieres einlassen, alles etwas langsamer angehen – in unserer hektischen Zeit fast schon ein Luxus“, so Armin Schneider, dessen Verein Packeselwanderungen im Saargau anbietet. „Wenn die Tiere das freiwillig und gern mitmachen und nicht überfordert werden, ist das auch aus Tierschutzsicht okay“, sagt Lea Schmitz, Sprecherin des Deutschen Tierschutzbundes. Gleiches gilt auch für Alpakas, die niedliche, aus Südamerika stammende Kamelart, und für Lamas. Beide Arten sind eng miteinander verwandt. Vor allem Lamas zeichnen sich allerdings dadurch aus, dass sie allzu engen Körperkontakt nicht so gern mögen. Lea Schmitz: „Bei früher Gewöhnung an den Umgang mit Menschen und korrekter Ausbildung sind Wanderungen mit artgerecht gehaltenen Tieren aber möglich, wobei keine trächtigen Stuten oder Hengste (da sie aggressiv werden können) genutzt werden sollten. Als Reittier oder reines Streicheltier sind Lamas und Alpakas dagegen nicht geeignet.“ TIERWANDERUNGEN TUN EINFACH GUT Gern streicheln lassen sich dagegen Ziegen. Auch mit diesen Paarhufern können sich Interessenten vielerorts in Deutschland auf Wanderung begeben, ebenso mit Ponys, die ähnlich wie Esel leichte Kinder auch schon mal ein Stück weit auf dem Rücken tragen. Das Ziel lautet auch in jedem Fall: endlich mal wieder zur Ruhe zu kommen. Darüber hinaus können solche Tierwanderungen sogar einen therapeutischen Nutzen haben. „Besonders Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder Erwachsene mit ersten Anzeichen eines Burnout oder sonstigen stressauslösenden Beeinträchtigungen können völlige Entspannung und Naturverbundenheit erfahren", erklärt Rosalie Klaua, die Ponywanderungen im Thüringer Wald organisiert (Quelle: www.insuedthueringen.de). Animal Trekking wird inzwischen in so gut wie allen Regionen Deutschlands angeboten. Eine einfache Suche im Internet bringt sofort zahlreiche Möglichkeiten. Tagesausflüge mit Eseln sind schon für wenige Euro buchbar, Touren mit Lamas meist etwas teurer. Bei längeren Wanderungen über mehrere Tage richten sich die Preise unter anderem nach der Dauer, den Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie gegebenenfalls einen sachkundigen Begleiter. Eine komplette, viertägige Eseltour mit drei Übernachtungen, Vollverpflegung, Eselkurs, Tourenbetreuung und Gepäcktransport in Bayern kostet beispielsweise rund 420 Euro pro Person. 25

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