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B&B Magazin Herbst 2019

NACHHALTIG SHOPPEN

NACHHALTIG SHOPPEN UMWELTFREUNDLICH IM ALLTAG FÜR PAPIER WERDEN WÄLDER GERODET, LEDER IST EIN TIERPRODUKT UND PLASTIK VERMÜLLT DIE WELTMEERE. DASS ABER AUS UMWELTGRÜNDEN NIEMAND AUF BÜCHER, TASCHEN ODER ACCESSOIRES VERZICHTEN MUSS, ZEIGEN DIESE ORIGINELLEN ALTERNATIVEN. GARTEN STATT REGENWALD Etwa jeder fünfte gefällte Baum wird für die Papierproduktion genutzt – trotz fortschreitender Digitalisierung. Das wirkt sich vor allem auf die Abholzung der weltweiten Regenwälder aus. Das Dresdner Medienunternehmen Matabooks hat eine nachhaltige Alternative zum Papier aus Zellstoff von Bäumen entwickelt: Graspapier. Die Bücher von Matabooks sind vegan und nachhaltig, denn der Rohstoff Gras wächst sozusagen vor der Haustür und ist vor allem mehrfach und leicht zu ernten, ohne dass Böden oder Landschaften zerstört werden. Bücher aus Graspapier können nach der Benutzung sogar recycelt oder kompostiert werden. FRUCHTIGES LEDER Jahrhundertelang lang galt Leder als attraktives Nebenprodukt bei der Verwertung von tierischen Körpern. Heute wird Leder von Vegetariern und Tierschützern kritisch bewertet. Hauptgründe dafür sind die Massentierhaltung und die Belastung der Produkte durch Schadstoffe wie Chrom und Blei, die sich bei Produzenten, Trägern und auch im Grundwasser absetzen. Doch gerade für Leder gibt es zahlreiche nachhaltige Alternativen, die absolut natürlich sind. Das spanische Unternehmen Ananas anam stellt ein Material aus Ananasfasern her. Der Stoff namens Piñatex (piña = spanisch für Ananas) wird aus den Fasern der Ananas- Blätter gewonnen. Da die Blätter bei der Ernte sowieso übrigbleiben, stellt ihre Weiterverwertung eine zusätzliche Erwerbsquelle für die Bauern dar. Die Produktion ist absolut ressourcenschonend, da keine neuen Anbauflächen nötig sind. Auch heimische Früchte können zu Leder verarbeitet werden. Der italienische Hersteller Frumat fertigt tierfreies Leder aus Apfeltrester an, einem Restprodukt der Apfelsaftherstellung. Auch in Deutschland gibt es Lederalternativen aus dem Garten. Das Label deepmello nutzt die in der Rhabarberwurzel enthaltenen Gerbstoffe, um ein geschmeidiges, atmungsaktives und ökologisch unbedenkliches Leder zu erzeugen. INNOVATIVE PRODUKTE NICHTS FÜR PAPPNASEN Metall, Kunststoff oder Schildpatt – Brillengestelle werden meist aus Materialien gefertigt, deren Herstellung sehr energieaufwändig ist oder auf Tierprodukten basiert. Doch es geht auch anders! Cante Berlin hat Brillen aus Pappe entwickelt. Was als Party-Gag begann, hat sich inzwischen zu einer ernstzunehmenden Alternative entwickelt. Das Pappgestell enthält Cellulose-Linsen auf Basis von Natur- und Essigsäuren, die kratz- und schlagfest sind. Durch ihre kompakte Größe kann man die Lesebrille sogar direkt als Lesezeichen im Buch verwenden. RECYCELTER RUCKSACK Polyester ist allgemein nicht als nachhaltiges Material bekannt. Anders verhält es sich allerdings, wenn der Kunststoff aus recycelten PET-Flaschen gewonnen wird. Dieses 100% nachhaltige Polyester nutzt das Hamburger Modelabel Johnny Urban für seine Eco-Series, die vor allem stylische Rucksäcke präsentiert. Auch zum Imprägnieren und Gummieren werden natürliche und PFC-freie Mittel verwendet, so dass nicht nur Optik und Tragekomfort stimmen, sondern auch die Umweltbilanz einwandfrei ist. BLÜHENDE SCHUHE Er sieht aus wie ein ganz normaler Turnschuh, aber er kann viel mehr. Das niederländische Label OAT Shoes produziert weltweit die ersten biologisch abbaubaren Schuhe, die sogar selber erblühen. Sobald die Schuhe abgetragen sind, kann man sie einfach in die Erde pflanzen und erhält ein Bouquet aus Wildblumen, das aus den alten Tretern wächst. Ein grüner Fußabdruck par excellence. 22 | B&B MAGAZIN 03/2019 – SERVICE 23

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